Matthias Flade

Bildquelle: Wusa On The Mountain - Matthias Flade

Trailfestival Salzburg - Matthias Flade

Cityflair & Mountainair

Wie schon in den letzten beiden Jahren war es auch 2018 mein läuferisches Highlight am Ende einer erfolgreichen und langen Trailsaison. Dank dem Hauptorganisator Josef Gruber und der G-Sport Agentur konnte ich wieder ein tolles Wochenende in Salzburg verbringen. Nach dem überraschenden Platz 2 im Jahre 2016 und dem 7.Rang im vergangenen Jahr, wollte ich diesmal die Top5 erreichen. Zur 7.Auflage des größten Trail-Festivals Österreichs unter dem weltweit einmaligen Motto "Cityflair & Mountainair" war das Herrenfeld mit vielen neuen, aber auch altbekannten Namen stark besetzt und ich war mir meiner starken Form mit intensiver und rundum perfekter Vorbereitung in der Woche zuvor bewusst, allerdings stieg die Anspannung auch mit jeder Minute Richtung Start.

 

Punkt 16 Uhr ertönte am Samstag der Startschuß auf dem Kapitelplatz zum Festungstrail (15,9km/490Hm). Bei Nieselregen und kühlen Temperaturen ging es unter dem Jubel unzähliger Zuschauer eine Runde um den Dom und durch die engen Gassen der Altstadt, bevor es mit der Clemens Holzmeisterstiege steil bergauf ging. In Summe waren 2 Runden um und auf dem Mönchs- und Festungsberg mit Pflastersteinen und engen Gassen zu bewältigen. Jede Passage erforderte höchste Konzentration und zum Abschluss folgte der gefürchtete Anstieg zur Festung Hohensalzburg mit Wendeltreppen in der Festung und einzigartigem Ziel im Innenhof. Doch gerade dieser letzte Kilometer erwies sich wie gewohnt als meine Lieblingspassage, bei der ich noch einige Zeit gut machen konnte und finishte nach 1:08:59 schneller als im Vorjahr und als zufriedener Gesamt-6. Sofort galt es eine umfassende Regeneration zu starten, was mir bis zum zweiten Start am nächsten Morgen auch ideal gelang.

 

Sonntag wartete dann Part 2 mit dem Gaisbergtrail: 22,3km und 1160 Höhenmeter. Mit 6:19 Minuten Rückstand wurde ich als Sechster, lediglich aber 5 Sekunden hinter dem besten Deutschen, ins Rennen bei Nieselregen geschickt. Nach 6 Kilometern konnte ich schließlich die Lücke schließen, vorbeilaufen und mich sofort absetzen. Auf dem großen, teils fast senkrechten Anstieg auf die Gaisbergspitze konnte ich dank Zurufen der Offiziellen erfahren, dass ich mich im dichten Nebel dem 4.Rang immer weiter näherte. So tauchte wie aus dem Nichts auf den Serpentinen der weit über 1 Minute vor mir gestartet Vierte auf und ich überholte ihn auf dem Gipfel. Ab dem Gipfel folgten steile, matschige und durch den Regen gefährliche Trails downhill. Meine ungeliebteste Passage, in der ich bislang immer etliche Zeit und Plätze verloren hatte. Doch mit dem erstmals im Race getragenen neuen TrailWettkampfschuhModell SummitUnknown fühlte ich mich in jeder Situation trittfest und sicher.

 

Ich befand mich abgesichert auf Rang 5 und dann geschah beim Abstieg im dichten Nebel, nicht nur mir, sondern auch dem Führungstrio ein großer Fehler: an einem breiten Almweg stand wie üblich eine Fahne, die jedoch nicht bedeutete, dass man sich auf dem rechten Weg befand, sondern dass es hier links ab auf die Wiese ging. Nach einigen hundert Metern wunderte ich mich warum keine Markierung mehr kam, und auch als es in den Wald ging und Seitenwege kamen: keine Markierung mehr. So lief ich, orientierungstechnisch wusste ich ja etwa die Richtung, den Waldweg aber auch hier keine Markierung. Schon am Boden zerstört drehte ich um, und plötzlich kam mir die 1.Dame entgegen, doch ich meinte es sei der falsche Weg. So nahmen wir beide den Waldweg, weil dort die Zwischenstation angegeben war, doch ich eilte voraus, kam im Tal an einem Haus raus und mir kam das Gelände bekannt vor, ich lief über Wiesen und Weiden und hörte auf einmal Jubel, es war die Verpflegung am Ende des Abstiegs. Somit hatte ich zwar deutlich mehr Strecke hinter mir und auch Zeit eingebüßt, aber ich fragte die Streckenposten und ich wurde auf Rang 6 gehandelt. Der 5. sollte 2 Minuten vor mir sein, doch ich erkannte ihn vor mir auf einer langen Geraden und somit kämpfte ich bis zum Schluss und mich nochmal auf Rang 5. Doch am Kapitelplatz wurde ich schließlich nach dem Zieleinlauf disqualifiziert, weil ich an der Verpflegung, wo ich wieder auf die Strecke kam, nicht die Zwischenzeit überlaufen hatte. Der Rennchef nahm jedoch meine Aussage, dass ich den gleichen Umweg wie der Sieger genommen, aber lediglich nicht die Zeitmatte überlaufen hatte, an und so wurde ich schließlich wie eingelaufen als 5.Gesamt gewertet. Die beiden Führenden mussten ebenso wie die 1. Dame aus der Wertung genommen werden, weil sie völlig von der Strecke abkamen. Somit hatte ich mit einem lachenden Auge zwar meinen Wunschrang erreicht, letztenendes standen aber zwei Athleten vor mir in der Gesamtwertung, die ich bis zur entscheidenden Stelle deutlich distanziert hatte.

 

Nach einer Gesamtzeit von 3:23:31 Std und zwei Tagen harten, aber traumhaft geilen Trails musste ich mich diesmal als dritter Deutscher mit Gesamtrang 5 geschlagen geben. Somit also ein weinendes Auge, weil es durch eine falsch markierte Stelle für einige zu diesem Missgeschick kam.

 

Ich danke euch allen für die super Unterstützung. Nur mit perfekter Ausrüstung und dem besten Support sind solche grandiosen Leistungen machbar. Auf ein neues Trailfestival 2019.