Dominik Böcksteiner

Bildquelle: Dominik Böcksteiner

GGUT Motivation - Dominik Böcksteiner

Faszination GGUT: Motivation – Leidenschaft – Freundschaft – Mentale Herausforderung 

„Es ist die Faszination, Leidenschaft, Ehrgeiz, der Teamspirit es gemeinsam zu schaffen, alles zu planen und sich darauf zu freuen, sich im Ziel zu sehen und es gemeinsam geschafft zu haben.“, so Dominik Böcksteiner über den GGUT.

 

Mit dem Großglockner Ultra Trail – kurz GGUT – verbinde ich viele Schmerzen, eine enorme mentale Schlacht bis hin zur körperlichen Totalerschöpfung.

 

Unsere erste Teilnahme 2018 stand durch meine Borreliose-Erkrankung im Frühling schon einmal unter keinem guten Stern. Ich hatte monatelang kaum intensiv trainieren können und somit keine Belastungstrainings in den Oberschenkeln gehabt. Bis km 21 lief es halbwegs gut. Danach jedoch war die Kraft weg und mit den restlichen 40 km mit 3.500 hm war ich am absoluten Limit – und darüber hinaus.

Ich „kroch“ am Zahnfleisch mit extrem viel Mühe über die steilen Anstiege und war am Ende meiner mentalen und körperliche Kräfte. Endlich konnte ich in Kals dann an Paul übergeben, der dann in seinen Part des GGUT starten konnte.

 

2019 wollten wir es dann besser machen. Leider hatte ich ca. 5 Stunden vor dem Start enorme Probleme mit dem Magen und verbrachte die meiste Zeit bis zum Start am WC, anstatt mich auszuruhen. Dazu kam leider ein enormer Wetterumschwung gegen Mitternacht. Es begann extrem zu regnen und es wurde richtig kalt. Wir starteten. Bis zum Glocknerhaus konnte ich mich irgendwie durchkämpfen (42 km und ca. 3.500 hm). Jedoch mit dem schon geschwächten Körper vor dem Start – und dann noch durch den Regen und den kalten Temperaturen – musste ich hier unter Tränen aufgeben. Ich wusste, was noch auf mich zukommen würde und welche Anstrengungen vor mir liegen. Da musste ich mir eingestehen: „Das schaffst du nicht mehr.“ Aber auch ein DNF muss nicht immer schlecht und negativ sein – man lernt immer wieder dazu.

 

2020 hatten wir dann endlich ein positives Erlebnis mit dem GGUT. Auch wenn es die Situation nicht zuließ offiziell am Start zu stehen, machten wir trotzdem unser eigenes Ding. Ich lief 2020 mein „GGUT-Projekt“ solo ab. Ab Kals begleitete mich dann mein bester Freund Paul zurück nach Kaprun. Ein wahnsinniges Projekt, welches ich nach 24 Stunden geschafft hatte. 110 km und 6.500 hm zu laufen ist schon eine fantastische Leistung. Das bewegt und fasziniert mich heute noch emotional sehr. Mehr darüber unter: Dominik Böcksteiner beim Großglockner Ultra-Trail (panaceo.com)

 

2021 war es dann wetterbedingt für die Organisatoren eine riesige Herausforderung und führte schlussendlich zur kompletten Umstrukturierung aller Strecken. Und auch wir hatten wieder einmal nicht die beste Vorbereitung auf dieses Rennen (schon wie 2018 & 2019). Jedoch spielten uns die Änderungen aller Strecken gut in die Karten und wir konnten dies für uns nutzen. Am Ende konnten wir im Team den zweiten Platz machen, was uns heute noch sprachlos macht.

 

Wenn ich diese Erfahrungen erzähle und mit anderen Leuten darüber spreche, wird man oft verwundert angelächelt und gefragt:

„Warum seid ihr dann immer wieder am Start? Ihr habt ja immer schwer zu kämpfen gehabt beim GGUT?“

„Es war jedes Mal so zach – wieso wieder?“

„Was fasziniert euch daran noch?“

 

Es ist die Faszination, Leidenschaft, Ehrgeiz, der Teamspirit es gemeinsam zu schaffen, alles zu planen und sich darauf zu freuen, sich im Ziel zu sehen und es gemeinsam geschafft zu haben. Auch wenn wir uns auf der Strecke nicht zu Gesicht bekommen, zu wissen, dass sich mein Teamkollege und Freund gerade durch die Nacht quält und wir dann beide die Strecke versuchen so gut es geht zu genießen, ist schon sehr speziell und man spürt die Verbindung zueinander.

 

Auch wenn der GGUT brutal ist, die Anstiege lang und hart sind und wir immer sehr extreme Erfahrungen damit gemacht haben, lässt einen der GGUT nicht mehr aus. Außerdem lässt unsere Freundschaft und unsere gemeinsame Leidenschaft die Strapazen schnell vergessen.